Steinbrunner Waldkunde 1 – die Draschka

Die „Draschka“ ist das Areal oberhalb der Pfarrkirche, entlang der Landesstraße (Wiener Neustädter Straße) zwischen Ort und See bis hinunter zum Ende der Arbeitergasse. Man glaubt es kaum, aber der Wald in der Draschka, den man nach der Ortsausfahrt Richtung See entlang fährt, ist erst 40 Jahre alt. Er wurde nach der Kommassierung (Flurbereinigung), die in Steinbrunn 1973 abgeschlossen wurde, angelegt.

Jahrhundertelang zuvor lag hier die baumlosen Hutweide der Gemeinde – das lässt sich auf alten Karten gut erkennen. Die Pfarrkirche stand frei und dominierend auf dem Hügel über dieser Hutweide. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde täglich Vieh von den Bauernhäusern im Ort hinauf auf die nicht umzäunte Weide hinter der Kirche getrieben. Die Hutweide war Gemeinschaftsbesitz, der Wald gehört heute der Urbarialgemeinde.

Noch heute ist der Brunnen und die Tränke für das Vieh in der Draschka erhalten (direkt am Weg von der Arbeitergasse zur Sandgrube). Als die extensive Rinderhaltung zurückging, war die Weide überflüssig. So beantragte die Urbarialgemeinde Anfang der 70er Jahre, in der Draschka einen Wald anlegen zu dürfen. Genehmigt wurde nur ein wenig attraktiver und ertragreicher Föhrenwald, der in dieser Form heute besteht. Nur in einer Senke der Draschka wurde eine Baumplantage mit Eschen angelegt.

Die Draschka versorgte früher den Ort auch mit Baumaterial: Aus der Sandgrube in der Draschka wurde Sand für den Bau der Häuser geholt. Und in der unter der Draschka gelegenen Lehmgrube (heute ein Teich, genannt „Leitha“) wurden Ziegel gebrannt.

PS: Einen Cache fürs Geocaching gibt es in der Draschka auch.

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