1927, ein unvergessener Badeunfall

Noch heute warnen Großeltern ihre Enkelkinder, ja nicht im Ziegelteich „Leitha“ zu baden. In dem kleinen Teich im Wald „Draschka“ in der Nähe der Kirche ereignete sich vor rund 90 Jahren ein dramatischer Unfall, der in den „alten“ Familien des Ortes unvergessen ist.  Die „Burgenländische Freiheit“ berichtete im Sommer 1927:

Beim Baden ertrunken. Dienstag, den 18. Juli 1927, ging der Angestellte der Gemeinde Wien (Überlandzentrale Ebenfurth) der 27jährige Gen. Franz Jicha in dem dem Alois Schwarz gehörigen Ziegelteiche baden. Trotzdem am Tage vorher durch Trommelschlag verkündet wurde, daß das Baden in diesem Teiche verboten ist, ging Gen. Jicha, ein bekannt guter Schwimmer, seiner Kundigkeit vertrauend dorthin, um seinen Körper zu erfrischen. Im Wasser ereilte ihn aber sein Verhängnis. Ein Gehirnschlag machte seinem hoffnungsvollen Leben eine rasches Ende. Sein Leichnam wurde nach einer Stunde geborgen.  Gen. Jicha war sowohl politisch, als gewerkschaftlich organisiert und war auch in allen Kulturorganisationen (Arbeiterradfahrerverein, Turnverein, Radioklub etc) eifrig tätig und unbeschadet seiner Jugend war er für Stinkenbrunn für das Radiowesen der Bahnbrecher. Die Überlandzentrale verliert an ihm denjenigen Arbeiter, der ohne Sicherheitsmaßnahmen auch den höchsten Kamin erstieg, wenn Reparaturen erforderlich waren. Eine Zeichen seiner Unerschrockenheit und Gewandtheit war die Leistung am Stinkenbrunner Kirchturm, den er ohne ein Gerüst oder Seil zu benutzen, erstieg und anstrich. Auch das neugemalte Ziffernblatt an der neuen Turmuhr ist sein Werk. (…)“

Anmerkungen:
1. Mit der „Überlandzentrale Ebenfurth“ ist das Kohlekraftwerk der Stadt Wien in Ebenfurth gemeint.
2. Dass der Dorftrommler kurz vor dem Unglück vor Gefahren beim Baden in dem Teich warnte, spricht dafür, dass es früher schon Unfälle in der „Leitha“ gegeben hat. Der Teich liegt bei der alten Ziegelei und ist recht klein. Hier entspricht der Ortsbach aus einer kalten Quelle.

Quelle: BF-Archiv, 1927, Nr. 31. Siehe auch „So viele Ziegel“ und „Draschka“

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