Die grauenvollen Ereignisse des 10. Mai 1944

Zum Beitrag über die Auswirkungen der Luftkrieges während des 2. Weltkriegs auf Steinbrunn gibt es einige, zum Teil grausige Ergänzungen:

Am 10. Mai 1944 stürzte ein amerikanischer Bomber über Steinbrunn ab, die zwei Piloten kamen ums Leben. Hier weitere Details zum Absturz:

Es handelte sich um eine Maschine vom Typ „Fortress II“, die in einem großen Verband durch die Ödenburger Pforte kommend einen Angriff auf Wiener Neustadt flog.

Die erste Fliegerabwehr bei Eisenstadt und Trausdorf hatten die amerikanischen Flugzeuge weitgehend unbeschädigt überstanden. Über Steinbrunn gerieten sie aber ins  Visier der Flakabwehrstellungen des Verteidigungsgürtels rund um Wiener Neustadt, die von Neudörfl, Eggendorf bis nach Theresienfeld (teils fix am Boden, teils mobil auf den Geleisen der Bahn) eingerichtet waren.

Die Fortress II wurde von einer 8,8 cm-Batterie bei Theresienfeld um 10:54 Uhr ins Visier genommen und getroffen. Aus dem viermotorigen Bomber schlugen Flammen, rauchend stürzte er um 10:55 Uhr östlich von Steinbrunn ab. Die gesamte Bombenladung war noch an Bord, sodass eine gewaltige Explosion die Umgebung erschütterte.

Direkt bei der Absturzstelle wurden Leichenteile von Besatzungsmitgliedern, die nicht abspringen konnten, gefunden. Die zwei Piloten aber, beide Offiziere, waren vor dem Absturz mit den Fallschirmen abgesprungen und versuchten im Süden von Steinbrunn zu landen. Sie fanden einen grausamen Tod: Beide wurde im Bereich Bründlweg/Kurze Gasse, wo damals Weingärten lagen, beim Landen auf Weingartenstöcken gepfählt.

Nach Aussagen von Zeitzeugen soll auch ein heller Schäferhund – vermutlich das Maskottchen der Bomberbesatzung – mit einem Fallschirm gelandet sein. Der Hund soll von einem Neufelder eingefangen und von diesem in den kommenden Jahren als Hirtenhund verwendet worden sein.

Die Leichen der Amerikaner wurden – wie schon im ersten Beitrag festgehalten – am Steinbrunner Friedhof beigesetzt. Dass die Gräber heute nicht mehr vorhanden sind erklärt sich damit, dass im ganzen Land nach 1945 die Leichen der amerikanischen Soldaten exhumiert und in eigene Soldatenfriedhöfen (in Westeuropa) überführt wurden.

In den folgenden Tagen (12., 13. Mai 1944) erfolgten weitere Bombenangriffe, bei der auch der im ersten Beitrag geschilderte Massenabwurf von Bomben über Steinbrunner Hotter erfolgt sein soll. 160 Bombentrichter wurden auf der Ried „Mlaca“ gezählt. Erst in den 60er Jahren wurden die letzten Blindgänger auf diesen Feldern entschärft.

Quellen: Leopold Banny, Krieg im Burgenland. Band 1: „Warten auf den Feuersturm“, 1983; Seite 109 ff.; Zeitzeugen.

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Ein Gedanke zu „Die grauenvollen Ereignisse des 10. Mai 1944

  1. ich weiss nicht ob die absturzstelle des flugzeuges genau bekannt ist aber meine grossmutter hat mir erzählt das er am ende der arbeitergasse abgestürzt sein soll. dort gibt es auch tatsächlich eine länglich vertiefung (nordwestlich vom schriefl-haus). ich schätze ca 50m lang und 15m breit, kann man ja heute noch sehen.

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