NS-Opfer aus Steinbrunn

Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes in Wien (DÖW) listet in seiner Opfer-Datenbank sechs Menschen mit Steinbrunn-Bezug auf, darunter Shoah-Opfer und Todesopfer politischer Verfolgung von 1938 bis 1945 sowie von der Gestapo Wien erkennungsdienstlich erfasste Männer und Frauen. Hier die Liste mit biographischen Angaben. Es ist Zeit, an diese Opfer und deren Schicksale zu erinnern.

Politisch Verfolgte

Josef Laszakovits

  • Geburtstag: 04.03.1923
  • Geburtsort: Stinkenbrunn
  • Wohnort: Hornstein
  • Sterbedatum: 13.06.1939
  • Sterbeort: Wien

Rudolf Mikulits

  • Geburtstag: 21.04.1893
  • Geburtsort: Stinkenbrunn (Eisenstadt)
  • Sterbedatum: 28.10.1939
  • Sterbeort: Sachsenhausen

Johann Gallioth

  • Geburtstag: 06.09.1902
  • Geburtsort: Hornstein
  • Wohnort: Stinkenbrunn, Haupstr. 45
  • Sterbedatum: 22.01.1942
  • Sterbeort: Hartheim

Shoah-Opfer

Irma Mezei

  • Geburtstag: 16.04.1892
  • Geburtsort: Stinkenbrunn
  • Wohnort: Wien 2, Volkertplaz 7/6
  • Sterbeort: Theresienstadt
  • Deportation: Wien/Theresienstadt
  • Deportationsdatum: 10.09.1942

Moritz Mezei (siehe auch hier)

  • Geburtstag: 30.11.1886
  • Geburtsort: Stinkenbrunn, NÖ
  • Wohnort: Macerata
  • Sterbeort: Auschwitz
  • Deportation: Fossoli/Auschwitz
  • Deportationsdatum: 05.04.1944

Ignaz Viktor

  • Geburtstag: 13.03.1895
  • Geburtsort: Stinkenbrunn
  • Wohnort: Wien 2, Rembrandtstrasse 32/9
  • Deportation: Wien/Nisko
  • Deportationsdatum: 27.10.1939

Anmerkungen: Die tragische Geschichte des Moritz Mezei wurde in diesem Blog schon beschrieben.  Der Geburtsort von Ignaz Viktor wird in der Datenbank des DÖW als „Stinkenbrunn, NÖ“ angegeben, also dem Stinkenbrunn im Weinviertel, das heute noch so heißt. Diese Zuordnung dürfte allerdings falsch sein, da für Mattersburg und Steinbrunn-Stinkenbrunn die jüdische Familie Viktor nachweisbar ist. Eine Klärung der Frage steht noch aus.

Johann Galioth könnte ein sogenanntes Euthanasie-Opfer sein, er wird in der DÖW-Datenbank allerdings als politisch Verfolgter geführt. In seinem Sterbeort, Hartheim (OÖ), befand sich in dem dortigen Schloss eine Tötungsanstalt, eine „Euthansie“-Anstalt. Galioth könnte auch jener Hilfsarbeiter sein, der 1932 in einen (ungeklärten) Diebstahl in Hornstein verwickelt war, über den die „Burgenländische Freiheit“ berichtete (BF Nr, 50, 9.12.1932).

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