1762: Ein Pferdediebstahl und seine Bestrafung

In den Eisenstädter Ratsprotokollen aus Theresianischer Zeit ist folgender Fall vermerkt, der sich um 1762 abgespielt hat:

„Josef Jauckh, hiesiger (=Eisenstädter) Inwohner, stiehlt in Stinkenbrunn ein Pferd im Werte von 3 Dukaten und verkauft es für 4 Gulden 10 Kreuzer dem Abdecker in Piesting.

Er erhält 30 Streiche auf der Prügelbank und wird auf ewige Zeiten aus der Stadt abgeschafft.“

Angemerkt:

Die Justiz mahl vielleicht langsam, aber sie mahlt. Auch im 18. Jahrhundert. Der Eisenstädter Bürger Jauckh stahl in Steinbrunn ein Pferd, das er über die Leitha-Grenze und Wiener Neustadt hinaus nach Piesting brachte und dort dem Abdecker (modern gesagt: Tierkörperverwertung) verkaufte. Leider geht aus dem Eintrag nicht hervor, wie der Fall aufgeklärt wurde.
Die Strafe für den Diebstahl eines „Klappergauls“ ist jedenfalls drakonisch.

Quelle: A. A. Harmuth: Die Ratsprotokolle Eisenstadts in der Maria-Theresianischen Zeit. Burgenländische Heimatblätter 17, 1955, 180.

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