1961: Zuschauer-Schlägerei am Sportplatz

Wenn es um den Steinbrunner-Fussball geht, verstehen die richtigen Steinbrunner-Fans keinen Spaß – schon gar nicht am eigenen Sportplatz. Bei diesem Landesliga-Spiel gegen Mattersburg aus dem Jahr 1961 flogen viele Fäuste.

Die „Burgenländische Freiheit“ berichtete (noch heute behaupten manche in Steinbrunn, auch der Reporter wäre von den Mattersburgern gekauft worden):

 

ASKÖ Steinbrunn – Mattersburg 0:1 abgebrochen

Steinbrunn, 400 Zuschauer, Schiedsrichter Palkovits

ASKÖ Steinbrunn: Koch; W. Gludowatz, G. Dobrovich, Reithofer; A. Troindl, F. Troindl; Horvath, H. Dobrovich, Mesgolits, Gludowatz, Franta.

Mattersburg; Skorpits; Wograndl, A. Koch, J. Koch; Weiß, Kohl; Neubauer, M. Koch, Wachtfeitl, Lang, Böhm.

Das Spiel begann recht harmlos. Man merkte, daß die Mattersburger die reifere Mannschaft auf dem Feld hatte. Steinbrunn kämpfte verbissen, doch wurde nicht unfair agiert. Wachtfeitl nützte in der 10. Minute ein Mißverständnis der Abwehr aus und drückte aus kürzester Distanz zum 1:0 ein. Kurz darauf gab es einen Zusammenprall und H. Dobrovich wurde vom Platz getragen. Hierauf kam Nervosität unter die Spieler und Zuschauer. Vor allem einige Zuschauer versuchten, durch Schimpfworte den Schiedsrichter zu beleidigen, und dieser hatte seine Nerven nicht in der Gewalt. Er war zudem sehr schwach, und so war es nicht verwunderlich, daß er zum Angriffspunkt wurde.

In der 44. Minute kam es dann zu den turbulenten Szenen.

Der Ball war weit vom Tatort weg, als Mesgolits nach A. Koch trat. Dieser revanchierte sich sofort mit einigen saftigen Boxhieben, so daß Mesgolits ärztlich versorgt werden mußte, da diese Hiebe den Zähnen nicht guttaten. Das war das Sturmzeichen für die Zuschauer.

Bedauerlich dabei war, daß keineswegs vernünftige Menschen ins Feld stürmten, sondern nur Leute, die wenig geistige Qualifikation aufzuweisen haben. Es ist auch nicht anders denkbar, denn welcher vernünftige Mensch fügt durch so unüberlegte Taten seinem eigenen Verein Schaden zu?

Die Ordner versuchten, die Meute abzudrängen, doch gelang dies trotz eifrigster Bemühungen nicht. Es kam zu Tätlichkeiten, die für Sportplätze geradezu eine Schande sind. Schiedsrichter Palkovits nahm keine klare Haltung. Er sagte zu den Steinbrunnern, daß er zur Halbzeit abpfiff, und zu den Mattersburgern, daß er das Spiel abbrach. Hierauf zogen sich letztere um und verließen den Platz.

Das Wort hat nunmehr der STRUMA. Wie die Entscheidung auch ausfallen möge, der Leidtragende ist der Sport, der durch solche Vorkommnisse in Mißkredit gebracht wird. Wir wissen, daß Vereinsleitungen beider beteiligter Vereine diese Exzesse ablehnen, und trotzdem werden sie die Bestraften sein.

Den „kampfwütige“ Zuschauern und den boxwütigen Spielern sei ins Stammbuch geschrieben, daß sie lieber jeden Sportplatz meiden sollen, um ja kein öffentliches Ärgernis mehr zu erregen.

Quelle, BF 9.9 1961, 8; www.bf-online.at

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